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Ganzheitliche Massage (Körperarbeit)

ist Kunst, keine Wissenschaft. Sie zieht als Sprache die Poesie der Sehnsucht der nüchternen Prosa des klinischen Berichtes vor. Sie findet statt in der Beziehung (Coaching) , anstatt in der „ Behandlung „ .-

Und zwar in der menschlichen Beziehung im Gegensatz zur „ therapeutischen”

Körperarbeit sprengt das Gefüge der Fassadenhaftigkeit, so wie eine Pflanze auf dem Weg zum Licht durch den Asphalt wächst. Wer durch den Prozess der Entpanzerung gegangen ist, ist für immer verloren für Ersatzwelten aller Zeiten und Orte , und für immer gewonnen für die Weisheit der kosmischen Pulsation.

Auf Orden muss man allerdings verzichten, es gibt höchstens Bußgeldbescheide.

Denn wer der Welt mit offenem Herzen begegnet, stört die Konfluenz der Lebenslügen, schürt die Todesangst der „ Normalweltler „.

Körperarbeit untergräbt die Haltung des andauernden kritischen Zweifelns und andere sozial  erwünschte und anerkannte Fertigkeiten, Überzeugungen und Ismen, aus denen der soziale Konsens gestrickt ist.

Körperarbeit lehrt das Spiel des Lebens, um dem Ernst gewachsen zu sein. Mehr und mehr, und letztlich für immer aus dem Strömen heraus zu leben, ist ihr Ziel, ihre Sehnsucht.

Körperarbeit bringt notwendigerweise Krisen mit sich. In dem Maße und Rhythmus wie die Panzerung sich löst, verfestigt und wieder löst, findet ein ständiger Perspektivenwechsel statt.

Es geschieht häufig, dass Leute im Verlauf ihres Bewußtsein -  Prozesses wie aus einem Traum erwacht auf ihr Leben schauen, das ihnen nur noch grau - beige vorkommt:, diese Beziehung, dieser Beruf, dieser faule Kompromiss, jenes Scheinproblem

Am Ende einer Sitzung, in der Ekstase der freigesetzten Pulsation, mögen diese Thematiken plötzlich wie das Fernsehprogramm von gestern wirken, ohne noch wirkliche Macht! Und diese Hemmung, mit der man vor einer halben Stunde völlig identifiziert war, scheint nur noch eine periphere Marotte zu sein, die man abstreifen könnte wie einen seidenen Umhang.

Drei Tage später, wenn der Panzer wieder dichter geworden ist, ist aus den peripheren Thematiken wieder eine unüberwindliche, angsteinflößende Problematik geworden- vielleicht aber weit weniger übermächtig als zuvor. Der Panzer hat einen kleinen Riss bekommen.

So kommt ein Riss zum anderen, und ganz langsam wächst man aus dem Panzer heraus. Langsam, denn der Prozess der „ Entpanzerung „ dauert meist lange Jahre.

„Wachstum braucht Zeit“ schrieb schon der alte Fritz Perls an die Adresse der Veränderungsmaniker, die unter Wachstum nur den Austausch von Konzepten verstanden: „ Mindfucker „ nannte er sie.

Man kann viele Leute erleben, die in den Mikrowellen Workshops solcher Veränderungstechnologen und Introjektverfütterer gebrutzelt haben: nach drei bis fünf tiefen Atemzügen fällt das teuer erworbene neue Selbstkonzept mal lautlos, mal ächzend in sich zusammen, und das alte neurotische Unglück bricht hervor wie eine aufgestaute Schlammflut.

Der Prozeß dauert Jahre. Jahre die jedoch als wirkliche Lehrjahre erlebt werden, erst voller Wirrwarr und Risiken, dann voller wiedererweckter Leidenschaft und Lebensfreude, voller aufdämmernder Ahnung worum es geht. Am Ende ist man in einer anderen Welt angekommen, und schaut ungläubig und amüsiert zurück.

Wie konnte man früher nur?

Anstatt die Welt zu bekämpfen, oder sich ihr gar anzupassen, lebt man einfach woanders, mitten in der alten Welt. Das Leben ist einfacher geworden, sinnlicher und intelligenter. Vieles an dem man früher geklebt hat ist unwichtig geworden. Nur die Sehnsucht ist geblieben, stärker leuchtender und brennender als je zuvor.

Und die Entschlossenheit den Weg jenseits aller Neurosen zuende zu gehen.

In seiner gesamten Länge!

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