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Grüner Tee

grüner tee

Wie der Tee entdeckt wurde.

Wenn man dieser Geschichte glauben darf, so lässt sich  die Geburt des Tees ziemlich genau  festlegen: Etwa im Jahr 2700 v. Chr. hatte sich der chinesische Kaiser Sheng-Nung  auf eine Reise durchs Land begeben. Während einer Rast ließ er sich wie gewohnt Wasser zum Trinken abkochen. Dabei fielen Blätter von den Zweigen, die das Kesselfeuer nährten, in den Wasserkessel. Das Wasser färbte sich gleich golden und verbreitete einen unwiderstehlichen Duft. Da dem Kaiser das Getränk sehr gut schmeckte und er sich nach dem Genuss erfrischt und belebt fühlte, ließ er da an sein Wasser mit genau diesen Blättern abkochen.

Ganz unwahrscheinlich ist die Geschichte tatsächlich nicht. Denn die Pflanze, die wir heute als Teestrauch kennen, wird schon in einer chinesischen Schrift aus der Zeit um 2700 v. Chr. erwähnt. Tatsache ist, dass es sich bei dem in jenen fernen Tagen genossenen Trank um grünen Tee handelte. Denn Tee war früher stets grüner Tee.

Von China aus eroberte der grüne Tee die ganze Welt: Über Tibet und Japan gelangte er nach Indien und Ceylon. Nach Europa kam der grüne Tee dann Anfang des 17. Jahrhunderts durch holländische Händler. Von dort gelangte er schließlich auch nach Deutschland.

Schwarz wurde der Tee dann im 19. Jahrhundert, vor allem in Europa; in Asien bevorzugt man bis heute den grünen Tee.Ob ein Tee grün oder schwarz ist, hängt ausschließlich von der Fermentierung ab. Das pflanzliche Rohmaterial ist immer das gleiche: Es sind die Blätter und Blattknospen von Camellia sinensis oder Camellia assamica. Sie werden frisch gepflückt und anschließend lässt man sie welken.

Blätter, die zu grünem Tee verarbeitet werden, müssen kurz über siedendem Wasser gedämpft werden, anschließend gerollt und bei etwa 70 Grad getrocknet. Die Blätter, aus denen schwarzer Tee entsteht, werden, damit die Zellwände aufbrechen und der Zellsaft dem Sauerstoff ausgesetzt wird, nach dem Welken gerollt. Danach lagert man sie vier Stunden lang bei 35-40 Grad in einer Gärkammer, wobei sich die Blätter rotbraun bis schwarz färben. Diese Behandlung und die darauf folgende Trocknung lassen den spezifischen Geschmack des schwarzen Tees hervortreten, reduzieren aber gleichzeitig den Tanningehalt und lassen den Tee damit weniger bitter schmecken.

Vielleicht ist es aber gerade der herbe Geschmack des grünen Tees, der ihn bei uns immer beliebter werden lässt. Immerhin wurden im Jahr 2001 bei uns 1300 Tonnen grüner Tee, vorrangig aus China, eingeführt. Das ist 13 mal soviel wie zu Beginn der neunziger Jahre. Sicherlich hat die Beliebtheit des grünen Tees auch etwas mit dem steigenden Interesse an der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) zu tun. Viele Menschen halten inzwischen grünen Tee für gesünder als schwarzen Tee. Korrekterweise muss jedoch gesagt werden, dass sich die Inhaltsstoffe (Koffein, Vitamine A und B sowie Mineralstoffe und Spurenelemente) bei beiden Teevarianten im wesentlichen nicht unterscheiden. Ob grün oder schwarz, es ist und bleibt Geschmackssache.

Aber zwei Unterschiede gibt es doch: Grüner Tee kann sparsamer verwendet werden (ein gehäufter Esslöffel genügt für eine ganze Teerunde), und man bereitet ihn auch anders zu als schwarzen Tee. Im Unterschied zu schwarzem Tee, bei dem man im kochendes Wasser verwendet, wird grüner Tees nur mit 65 bis 75 Grad heißem Wasser überbrüht. Da der erste Aufguss, recht bitter schmecken kann, gießt man diesen oft gleich weg. Die Chinesen nennen das den „Tee waschen”. Der zweite Aufguss wird dann direkt “vom Blatt“ getrunken. Und wenn die Kanne  schnell leer geworden ist, was bei so köstlichen Sorten wie Jasmintee, Lung Ching oder Gunpowder schnell passiert, kann man sie ruhig noch ein- oder zweimal wieder aufgießen. 

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