Die Gratwanderung
Dass Menschen mehr und mehr das Bedürfnis nach Berührung verspüren ist inzwischen eine Tatsache. Hektische Arbeitswelt, wenig Zeit um eigenen Bedürfnissen nachzuspüren, flüchtige Beziehungen vertiefen den Spalt zwischen einem „gesunden“ Selbst –Bewusstsein und dem an der Oberfläche plätschernden Ego – Maniac – Bewusstsein dem jedes Gespür für die Realität hinter der Realität verloren gegangen ist. Das heißt: Man spürt nicht mehr: Was brauche ich wirklich, was sind meine grundlegenden Bedürfnisse abgesehen von Essen, Trinken, Schlafen und ein Dach überm Kopf? Bedürfnisse spüren wir im Bauch, die kommen aus dem Bauch, Wünsche hingegen kommen immer aus dem Kopf und gaukeln uns ein Bedürfnis nur vor. Wünsche werden zum Beispiel im mit Schrott vollgestopften schwedischen Billigmöbelhaus geweckt. Man merkt erst dann was man sich alles angetan hat wenn man zuhause die Sachen ausgepackt hat.... Sie sind also meist ein reiner Ersatz für das was wir wirklich brauchen. Also soll man lernen wieder auf den „Bauch zu hören“? Was sagt uns unser Bauch?
Zum Beispiel dass wir mehr und mehr Verlangen nach Berührung haben. Verlangen danach vertrauensvoll und sicher, ohne irgendwelche sonstigen Absichten, berührt und entspannt zu werden. Von jemand der den Spagat zwischen Nähe und Intimität beherrscht. Das heißt: Nähe erlauben ohne intim zu werden. Und wenn das von meiner nicht existenten Beziehung nicht geleistet werden kann, wo bekomme ich es dann her ohne mich mit völlig fremden Menschen auf Intimitäten einlassen zu müssen?? ( One Night Stands!) Wo erfahre ich Vertrautheit und Nourishment (Nährung) wie die Engländer sagen ohne mich in meiner derzeitigen Verfassung mit jemandem emotional einlassen zu müssen?
Eine mögliche Lösung sind ganzheitliche Massagen gegeben von einem ausgebildeten Praktiker. Natürlich ist das auch „NUR Ersatz“ für wirkliche Intimität, es ist aber vermutlich der einzig wirksam Ersatz. Nach einer Sitzung Körperarbeit fühlt man sich tief entspannt, erfrischt, ruhig. Man kann aus einer inneren Distanz heraus auf die einem umgebenden Dinge blicken, und Entscheidungen treffen. Das körperliche Bedürfnis nach Nähe, das einem manchmal wie eine „Gier“ quält ist für einen Moment ausgeschaltet. Wir können uns so spüren wie wir „sind“. Und nur das macht uns offen für neues und neue Menschen in unserem Leben.
Diese Art des Umgangs mit dem Körper hat mit Therapie nichts zu tun. Welcher Mensch möchte, wenn er sich entspannen will therapiert werden? Auch heilen wollen ist hier völlig fehl am Platz, denn heilen kann man sich nur selber.
Aus der Vielzahl der angebotenen Möglichkeiten möchte ich zwei wichtige Methoden herauspicken, die dieser Art von Anforderung in jeder Form gerecht werden.


