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Was hilft bei Kummer mit dem Schlummer?

Schlafen ist wichtig für unsere körperliche und geistige Erholung. Doch richtig schlafen ist – wie es scheint – eine Kunst: Denn bei nahezu 8 Millionen Deutschen ist die nächtliche Ruhe eine Quälerei. Insgesamt unterscheiden Mediziner 88 Formen von Schlafstörungen, wobei Durchschlafstörungen am häufigsten vorkommen. Schlaf ist wie eine Art „Stand by-Funktion“ des Fernsehers, bei der Atmung, Kreislauf und Stoffwechselfunktionen zurückgefahren werden. Mit dem Alter nimmt die durchschnittliche Schlafdauer zwar physiologischerweise ab, doch länger dauernder Schlafentzug gefährdet unsere Gesundheit.

Stress oder nächtlicher Harndrang

Es wird unterschieden zwischen Ein-, Durchschlafstörungen, zu frühem Erwachen einerseits, übermäßiger Schläfrigkeit, Schnarchen, Schlafapnoe andererseits sowie Aufwachstörungen und Alpträumen. Stress und Depressionen sind die häufigsten Ursachen. Nachts denken wir über die im Laufe des Tages angestauten, eventuell verdrängten Probleme nach. Aber ein gestörter Schlaf kann auch Begleitsymptom sein von anderen Erkrankungen, z. B. der Atemwege oder des Herzens. Ein erhöhter Blutdruck löst auch häufig Schlafstörungen aus. Nächtlicher Harndrang, wie er zum Beispiel bei einer vergrößerten Prostata auftritt oder Juckreiz infolge von Hauterkrankungen können ebenso die Nachtruhe stören. Bei der Schlaf-Apnoe kommt es in Verbindung mit Schnarchen zu kurzen Atemaussetzern. Nachts ständig herumlaufen müssen Personen mit dem Restless Legs Syndrom (unruhige Beinen). Nach einer Studie in einem Schlaflabor der Universität Göttingen sind die Ursachen folgendermaßen verteilt:

Psychische Ursachen (Angstneurosen, Depressionen): 36 %
Belastung, Stress: 24%
Organische Krankheiten (Diabetes, Atemwegserkrankungen: 24%
Lärm, Schichtarbeit etc.: 9%
Sucht, Medikamente, Alkohol: 7%

Schlafmangel schlägt auf’s Gemüt und Herz

Schlafstörungen sind nicht nur die Folge von Erkrankungen. Ist unser Schlaf längere Zeit gestört, kann es zu Leistungsschwäche, erhöhter Krankheitsanfälligkeit und Depressionen kommen, auch Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Neurosen, Aggressivität und Angstkrankheiten können die Folge sein. Der Schlafbedarf ist von Mensch zu Mensch verschieden und verändert sich mit dem Alter: Während ein Neugeborenes durchschnittlich 16 Stunden schläft, kommt ein 60-Jähriger mit 7 Stunden aus. Die Untergrenze des Schlafbedarfs liegt laut Experten bei fünf Stunden pro Nacht.

Else P., Königswinter: „Seit mein Mann letztes Jahr schwer erkrankt ist, schlafe ich keine Nacht mehr durch. Tagsüber bin ich müde und zu keiner vernünftigen Leistung mehr fähig.

Schäfchenzählen bringt wenig

Nicht nur ernsthafte Krankheiten, auch Alltagsstress, Unstetigkeit im Tagesablauf, wie unregelmäßige Mahlzeiten, übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss, Bewegungsarmut, lange Dienstfahrten oder unregelmäßiges Zubettgehen stören unseren Biorhythmus, was auf Dauer Störungen der Organfunktionen auslöst. Die Folge: Eine erhöhte Ausschüttung von Stresshormonen verzögert oder verhindert das normale Ein- und Durchschlafen. Beim Einschlafen hilft die Vorstellung angenehmer Situationen oder Orte, z. B. in der Natur, besser als das altbekannte „Schäfchenzählen“, so Wissenschaftler vom St. Anne’s College der Universität Oxford, es soll sogar länger wachhalten. Die Erklärung: „Schäfchen zählen“ macht nur zusätzlichen Stress. Wichtig ist es, Alltagssorgen zu vergessen und zu entspannen.

Schlafes Brüder aus der Natur

Der Nachteil von synthetischen Schlafmitteln ist oft, dass sie abhängig machen und wichtige Tiefschlaf- und Traumphasen stören. Natürliche Schlafförderer wie der Baldrian bergen dagegen keine Suchtgefahr: Baldrian hat eine beruhigende bis Schlaf fördernde Wirkung. Seine Inhaltsstoffe senken lediglich eine Übererregbarkeit im Nervensystem, die z. B. durch Stress und Alltagssorgen auftritt. Beruhigungs-Dragées aus Baldrianwurzeltrockenextrakt oder auch die Kombination mit Hopfen wirken tagsüber beruhigend und stresslindernd und bereiten abends den Einschlafprozess vor. Bei nervösen Erschöpfungszuständen und depressiven Verstimmungen ist der Zusatz von Johanniskraut hilfreich. Oft entstehen schlaflose Nächte auch durch unruhige Magenbeschwerden, die durch die beruhigende und entkrampfende Melisse gemildert werden. Bei nervösen Unruhezuständen kommt außerdem die Passionsblume, häufig in Teemischungen mit Baldrian und Melisse, zum Einsatz. Schlaf- und Nerventee (z. B. Bad Heilbrunner) gibt es auch als tassenfertige Variante. Die Homöopathie versteht Schlafprobleme als Folge eines gestörten seelischen Gleichgewichts. Eine allgemeine Empfehlung ist jedoch schwer, da homöopathische Substanzen individuell sehr unterschiedlich wirken und ein längeres Gespräch mit dem Arzt erfordern.

Tipps:

  • Schlafhygiene überprüfen: Wo steht der Fernseher, Schreibtisch, Gardinen? Ruhe?
  • Nach 18:00 Uhr keine Mahlzeiten mehr!!!!!
  • Alkohol meiden, lässt zwar oft gut einschlafen, verursacht aber Durchschlafschwierigkeiten, steigert außerdem den Blutdruck
  • Ab 18:00 uhr nicht mehr rauchen!!!
  • Ab 12:00 Uhr mittags keinen Kaffee oder schwarzen Tee mehr
  • Entspannungsmethoden lernen, vor dem Schlafengehen, wie Yoga, Autogenes Training.
  • Meditation hilft, zur Ruhe zu kommen, soll sogar das Immunsystem stärken. Info über: 089 3616087
  • „Schäfchenzählen“ bringt nach neuen Erkenntnissen wenig.
  • Eine Stunde vor dem Schlafen gehen 45 Minuten spazierengehen. Am Besten im Park oder im Wald.
  • Altes Hausmittel: Glas warme Milch mit Honig vor dem Einschlafen.
  • Warme Dusche oder warmes Bad vor dem Schlafengehen hilft.
  • Gönnen Sie sich ein paar Sitzungen “Rebalancing” Massage, dadurch lernen Sie entspannen und schlafen gleich viel besser.
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