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Das Thema Schleudertrauma ganzheitlich beleuchtet

In der strukturellen Körperarbeit wie zum Beispiel Rolfing, Rebalancing oder auch bei Beckenboden Praktikern, ist schon seit Jahrzehnten bekannt, das der Beckenboden in seinen muskulären und Gewebsstrukturen kindliche Erinnerungen speichert. Gleich ob diese positiv oder negativer Natur sind. Man kann dies leicht daran erkennen, daß Menschen deren Beckenboden sich entspannt, kräftigt oder auch nur in Bewegung gerät, oft in Kontakt mit mehr oder weniger intensiven Gefühlen kommen.

Das funktionstüchtige Becken, eine positive Spannung der Beckenbodenmuskulatur, ist verantwortlich für ein gesundes und frei fließendes Körperbewußtsein. Bereits als Kinder werden wir jedoch durch das Toilettentraining oft mit viel Druck von den Windeln entwöhnt. Der menschliche Schließmuskel jedoch kann erst ab dem 18. – 24. Monat vollständig kontrolliert werden.

Durch Angst vor Strafe und Scham lernen wir, alle möglichen Muskeln im Becken und Oberschenkelbereich anzuspannen und zu halten. Um den Wünschen unserer Eltern zu entsprechen, und uns von diesen Empfindungen abzutrennen. Viele von uns halten diese ein Leben lang fest.

Die Zeit heilt natürlich die meisten Wunden. Wir verstecken jedoch dann diese Empfindungen in den tiefsten Schichten des Beckens und unseres Bewußtseins. Ohne daß es uns bewußt ist, beeinflussen sie uns tagtäglich. Die körperlichen Vorgänge von Nahrungsaufnahme, Verdauung und Ausscheidung entsprechen nämlich den emotionalen und intellektuellen Vorgängen von Wahrnehmung, Überlegung und Ausdruck. ( aufnehmen, verarbeiten, loslassen ) Die Kontrolle auf der einen Ebene entspricht Kontrolle auf der anderen

Für die meisten Menschen ist deshalb entleeren und loslassen ein sehr unbewußter, schwieriger mit unausgegorenen Gefühlen belasteter Vorgang. Die Blasen und Darmentleerung wird empfindungslos und unbewußt mit stark angespanntem Körper, flachem Atem, gehaltenem Anus und zusammengezogenem Becken verrichtet. Dabei ist das ein durchaus lustvoller Vorgang der durchaus zufrieden machen kann.

Das Trauma

Es läßt sich also leicht vorstellen, daß ein heftiger Ruck, wie er bei einem Schleudertrauma entsteht, den Kopf mitsamt der Wirbelsäule aus dem Beckenboden zerrt, den Beckenboden heftig erschüttert, und damit alte unbewußte Empfindungen wecken kann. Angst, Scham und Schuldgefühle können plötzlich auftreten. Ebenso Schmerzen und Verdauungsstörungen. Es empfiehlt sich meiner Ansicht nach bei unerklärbaren, starken seelischen Symptomen einen guten Familientherapeuten aufzusuchen, um nachzuforschen.

Ein Schleudertraumaerleiden jährlich etwa 200 000 Menschen in Deutschland bei einem Unfall.

Wie es passiert

Schleudertrauma ist keine Diagnose, sondern beschreibt einen Unfallmechanismus und seine Folgen. Es entsteht, wenn die Halswirbelsäule durch zuerst Beschleunigung und dann Rückschlagen des Kopfes verletzt wird. Dabei werden verschiedene Strukturen des Hals und Kopfbereiches überdehnt und verletzt.

Die Symptome

Zuerst einmal hat natürlich der Halswirbelbereich eine sehr hohe Nerven- und Gefäßdichte. Er ist zudem die engste Stelle an unserem Körper, er versorgt das Gehirn, unsere Schaltzentrale, mit allem nötigen. Er stützt unseren Kopf, und er ist über die Wirbelsäule und das Rückenmark mit dem Rest des Körpers, und besonders natürlich mit dem Becken verbunden. Sie ist, verankert im Kreuzbein über verschiedene Bänder und Gewebsstrukturen mit dem Beckenboden und dem Steißbein, bzw. dem Schambein verbunden.-

Aus diesem Grund kann es zu einer Vielzahl von spezifischen mehr jedoch unspezifischen Symptomen kommen. Die treten dann, auch bei leichten Auffahrunfällen, nach einem kurzen schmerzfreien Intervall von Stunden bis zu einigen Tagen auf. Zuerst kaum spürbar, entwickeln sie sich zu massiven Nacken, Hinterkopf oder Bewegungsschmerzen der Nackenwirbelsäule, zu Schmerzen im Bereich von Schultern und Armen bis hinzu Schmerzen in der Brustwirbelsäule.

Verletzungen der weichen Teile im Halsbereich

Wenn zusätzlich Drehbewegungen beim Unfall hinzukommen, werden Bänder, Blutgefäße, Nervenknoten und Gelenkkapseln übermäßig gedehnt. Es kommt mitunter zu Einrissen der Bänder, die Arterien werden gequetscht, oder verschoben. ( was oft zu Durchblutungstörungen im Kopf führt ) Die Armnerven werden geschädigt. ( Muskelschwäche, brennendes Gefühl in den Armen ) Von einer Bandscheibenverschiebung bis hin zum Bandscheibenriß und im worst case ein Halswirbelbruch ist alles schon dagewesen.

Seelische Reaktionen

Es hat sich, wie oben bereits erwähnt, gezeigt, daß einige Schleudertrauma Opfer, trotz angemessener Behandlung, auch noch Jahre danach unter den Folgen des Unfalls leiden.  Die anfängliche Symptomatik, die bei etwa 15 Prozent der Betroffenen auch starke Depressionen beinhaltet, setzt sich fest, und beeinflußt das Leben der Menschen extrem. Da äußerliche Zeichen der Verletzung meist fehlen oder schnell verheilen, werden die Betroffenen oft als Simulanten dargestellt, haben Probleme am Arbeitsplatz oder mit der Versicherung.

Behandlungsmöglichkeiten

Früher wurden Schleudertrauma Opfer ruhig gestellt, oder bekamen eine steife Halskrause um den Verletzungsbereich zu schützen. Eine Praxisstudie der Universität Trondheim bestätigte jedoch, das aktiv betreute Patienten schneller gesundeten, als solche die ruhig gestellt wurden. 

Das Ziel der modernen Ansätze in der Körperbehandlung  ist es, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule von Anfang an zu erhalten und zu stabilisieren. Die verspannte Halsmuskulatur muß gelockert werden, um Folgeschäden wie Schwindel oder Hörstörungen zu vermeiden. Im starren Kragen beginnen sich jedoch die Muskeln bereits nach 2 Tagen zurückzubilden.-

Um die Spätfolgen traumatisierter Strukturen im Beckenbereich zu entspannen ist strukturelle Körperarbeit wie Rebalancing oder Rolfing  und Beckenbodentraining angesagt. Die zum Teil völlig überdehnten Bereiche des Halses zu ordnen ist die Aufgabe eines guten Osteopathen. Dieser kann auch die durch das Schleudertrauma verschobenen Aufhängungen von Lungen und Nieren wieder in Ordnung bringen.

Die Kopfstützen

Trotz steigender Sicherheitsmaßnahmen am und im Auto bleibt die Zahl der Unfälle mit HWS Syndrom weitgehend gleich. Grund ist die Nachlässigkeit der Autofahrer und der Autohersteller:

Die wichtigste Voraussetzung um Unfallfolgen zu minimieren, ist die richtig eingestellte Nackenstütze.  Denn selbst bei wirklich geringen Kollisionsgeschwindigkeiten von z.B. 15 km/h ist diese Einstellung schon von größter Bedeutung. Die meisten Autofahrer sehen ihre Kopfstützen als Nackenstützen, und stellen sie viel zu tief ein!

Richtwert: Oberkante in Scheitelhöhe, geringer aber vorhandener Abstand zum Kopf! Weiterhin muß der Sicherheitsgurt straff sitzen, um den Körper einigermaßen in der für die Kopfstütze optimalen Position zu halten.

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