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Der Blick geht nach Osten:

Die Suche nach dem „Wasser des Lebens“

Schon seit jeher suchen die Menschen nach einem Wundermittel, das unsterblich macht oder zumindest lebensverjüngend wirkt. Die Erforschung der Erbanlagen hat auch tatsächlich erstaunliche Fortschritte gemacht: Sie setzen ihre Hoffnung auf ein körpereigenes Enzym, das die Gene vor Abnutzung schützt, wodurch unsere Zellen langsamer altern – zumindest bei Würmern ein voller Erfolg: Statt neun Tage lebten sie 50 Tage, das entspricht beim Menschen einer Steigerung von 440 Jahren. Doch ein langes Leben ist noch lange keine Garantie für Gesundheit und Glück -schon jetzt liegt unser Potential im Prinzip bei 120 Jahren. Was nützt das Altwerden, wenn Herzinfarkt, Diabetes, Krebs & Co unseren Lebensabend überschatten. Das Leben nicht mehr ist als ein „Überleben“ ohne richtige Lebensenergie. Eine wichtige Rolle spielen unsere Umwelt, unser Lebensstil, wie Bewegung, eine positive Lebenseinstellung und die richtige Ernährung.

East meets West:

Von Algen bis Zink.

Algen sind inzwischen beliebt als Sushi oder Suppeneinlage und sie haben es in sich: Das ballaststoff- und nährstoffreiche, aber kalorienarme Gemüse ist Anti-Aging-Food pur. Vor allem das Jod ist ihr großer Pluspunkt, denn Deutschland ist nach wie vor Jodmangelgebiet. Vorsicht ist nur bei speziellen Braunalgen (Kombupräparaten) geboten, denn sie enthalten toxisch hohe Mengen. Laut Ernährungsbericht und Weltgesundheitsorganisation ist die kalorienreiche und ballaststoffarme Ernährung in westlichen Industrienationen für eine Vielzahl chronischer Krankheiten verantwortlich. Ballaststoffe aus Hülsenfrüchten oder Gemüse (z. B. Topinambur, Schwarzwurzeln, Kohl, Möhren) sowie Milchsäurebakterien (Yoghurt, Sauermilch, Sauerkraut) unterstützen nützliche Bakterienstämme im Darm bei der Abwehr von Krankheiten (z. B. Krebs) und beeinflussen den Cholesterinstoffwechsel in der Leber. Süßwasseralgen wie Chlorella pyrenoidosa enthalten durch ihre dreischichtige Zellwand besonders viel Ballaststoffe. Zusammen mit dem hohen Chlorophyllgehalt fördern sie die Ausscheidung von Schadstoffen.

Ist Sauerstoff der Quell des Lebens?

Der Hauptgrund für die Atmung ist die Aufnahme von Sauerstoff. Kostspielige Sauerstoff-Kuren, mit Sauerstoff angereichertes Wasser und Sauerstoffbars werden daher in den Medien als Jungbrunnen angepriesen. Vielleicht ist aber auch der Atem selbst das Geheimnis: Die Atembetrachtung in der Meditation ist in buddhistischen Ländern Bestandteil der Kulturnirgendwo sonst finden sich so viele alte Menschen. Untersuchungen belegen, dass Meditation biologisch verjüngt: Meditierende Versuchspersonen waren bis zu zwölf Jahre jünger als ihre Vergleichspersonen. Messparameter waren z. B. Blutdruck, Sehschärfe und Hörvermögen.

Wurzel aus Fernost bringt Sauerstoff in die Zellen

Schon seit Jahrtausenden wird der Ginseng als Mittel zur Leistungssteigerung, gegen Ermüdungs- und vorzeitige Alterserscheinungen eingesetzt. Viele positive Eigenschaften von Ginseng sind vermutlich damit zu erklären, dass Ginseng frischen Sauerstoff in die Zellen bringt. Das macht aber nur Sinn, wenn der Körper ausreichend mit Vitaminen versorgt ist, so der Internist Dr. med. Joachim Haist. Die Kombination aus Ginsengextrakt G115 und Multivitaminen (Pharmaton-Vitalkapseln) verbesserte in einer Studie Allgemeinbefinden, Vitalität, Leistungsfähigkeit, Lebenszufriedenheit und weitere Parameter, die mit zunehmendem Alter häufig nachlassen.

Meeresspülung für die Gefäße

Die Fettforschung im Wandel: Inzwischen wird der Kalorienbomber nicht mehr so als Herz-Kreislauf-Killer verteufelt wie vor einigen Jahren. Dennoch heißt das keine freie Fahrt für Butter- und Sahne-Schlemmereien. Wählerisch sein heißt das Anti-Aging-Motto: Als Allroundtalent in Sachen Herz-, Rheuma und Allergieschutz gelten schon seit einiger Zeit die Omega-3-Fettsäuren aus Fettfischen wie Makrele, Hering, Lachs oder als Vorstufe z. B. in Lein, Soja- oder Rapsöl. Eine besonders gesunde Delikatesse sind auch die neuseeländischen Grünlippmuscheln, die es auch als Pulver in der Apotheke zu kaufen gibt (Arthro Forte GAG). Möglichst zu meiden sind dagegen gesättigte Fettsäuren aus tierischen Fetten. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie die Linolsäure (Sonnenblumen-, Distel-, Maiskeimöl) sind zwar lebenswichtig für den Körper, aber eine extrem linolsäurereiche Diät ist medizinisch out, denn sie reduziert nicht nur das „schlechte“, sondern auch das „gute“ Cholesterin. Eine unbegrenzte Empfehlung gilt dagegen für die einfach ungesättigte Ölsäure (Oliven-, Rapsöl).

Rot, grün, gelb – das Auge isst mit

Eine Theorie des Alterns besagt, dass freie Radikale das Erbgut schädigen und dadurch das Risiko für verschiedene Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose, Krebs oder auch Augenleiden wie Grauer Star oder Makuladegeneration erhöhen. Normalerweise sind sie unverzichtbar als Abwehr gegen Bakterien, aber ein Übermaß schädigt den eigenen Körper. Umweltverschmutzung, Rauchen, Alkohol, Ozon- und Strahlenbelastung (z. B. auch durch einen Langstreckenflug) erhöhen die Radikalproduktion. Wichtig ist daher ein Gegengewicht zu schaffen, z. B. durch die Vitamine C und E, Selen oder z. B. auch Ginseng. Über die Ernährung sollten wir versuchen 5 mal am Tag eine Portion Obst und Gemüse einzuplanen – am besten in rot, grün, gelb. Neben Vitaminen nehmen wir auf diese Weise weitere unverzichtbare Pflanzenstoffe zu uns.

Wenn der Herz-Motor stottert…

…könnten ihm wichtige B-Vitamine wie Folsäure oder Vitamin B12+6 fehlen. Sie senken das Stoffwechselzwischenprodukt Homocystein. Ein Übermaß an Homocystein hat wahrscheinlich dramatischere Folgen als ein erhöhter Cholesterinwert. Insbesondere Folsäure ist aufgrund seiner großen Licht- und Hitzeempfindlichkeit ein kritisches Vitamin und die Aufnahme (dunkelgrüne Blattgemüse und Kohlsorten, Gurken, Tomaten, Orangen, Weintrauben, Leber, Weizenkeime) laut Ernährungsbericht begrenzt.

Verjüngungskur für das Immunsystem

Mit zunehmendem Alter lässt die Funktion unseres Immunsystems nach, es überaltet – zu sehen z. B. an einer erhöhten Infektanfälligkeit und schlechter Wundheilung. Das Spurenelment Zink hat eine herausragende Bedeutung im Immunsystem. Bei älteren Menschen kommt ein Zinkmangel besonders häufig vor – vermutlich weil häufig nicht mehr ausreichend Fleischprodukte verzehrt werden – z. B. durch Gebissprobleme, mangelnde soziale Kontakte. Krankheiten und die Einnahme von Medikamenten erhöhen die Zinkverluste im Darm. Bei schwerem Zinkmangel lässt der Appetit nach – ein Teufelskreis beginnt. Übrigens auch vorzeitige Hautalterung oder Haarausfall kann auf Zinkmangel zurückzuführen sein. Treten diese Symptome zusammen mit einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit auf, könnte der Arzt eine Zink-Kur mit einem gut verträglichen Präparat wie Zink-Aspartat (z. B. Unizink 50) empfehlen. Abwehrstärkend wirken auch die Vitamine C und E oder Ginsengextrakt.

Hormontherapie bleibt umstritten

Mit zunehmendem Alter sinken die Hormonspiegel. Vor allem das Sinken der Sexualhormone wie Testosteron oder Östrogen wird für zahlreiche Alterserscheinungen verantwortlich gemacht, wie Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hautalterung, Muskelschwund und Stressintoleranz. Die Vorstufe aller Sexualhormone ist das DHEA (Dehydroepiandrosteron). Hormonfans preisen das DHEA als Anti-Aging-Wunder. Ob es allerdings wirklich einen Verjüngungseffekt hat, ist bisher nicht geklärt, da die Daten widersprüchlich sind. Ähnliches gilt für das Wachstumshormon Somatotropin oder das Schlafhormon Melatonin. Eine Beeinflussung des fein abgestimmten Zusammenspiels der Hormone kann auch negative Folgen haben. Eine große Studie über Östrogentherapie in den Wechseljahren wurde aus diesem Grund abgebrochen.

Iss morgens wie ein Kaiser…

und lass das Abendessen weg. Die abendliche Askese regt nämlich die nächtliche Produktion der Hormone Somatotropin und Melatonin an, die den Alterungsprozess verzögern sollen. Der Vorschlag: Zweimal pro Woche Dinner cancelling, auf das Abendessen verzichten.

Älter werden durch typgerechtes Essen

Die Nutrigenomforschung besagt, dass Menschen mit verschiedener genetischer Ausstattung auch einen unterschiedlichen Nährstoffbedarf haben. Nicht jeder reagiert auf bestimmte Medikamente und Schadstoffe gleich. Das macht Sinn insofern, dass einige Krankheiten teilweise vererbbar sind und diese werden häufig durch Ernährung gefördert oder gehemmt. Aber bei Essempfehlungen, die allein auf einen Gen-Check gründen, ist Skepsis angesagt.

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